Sonntag, den 07. März 2010 um 20:51 Uhr
Die Landshut Cannibals haben die hohe 4:8-Niederlage vom vergangenen Freitag in Heilbronn offensichtlich sehr gut weggesteckt: Am heutigen Abend durfte man ein auf der ganzen Linie verdientes 8:2 (5:0; 3:2; 0:0) Schützenfest über die Hannover Indians feiern. Fünf der acht Kannibalentore fielen dabei in einem zerfahrenen Spiel in numerischer Überzahl. Ty Morris gelang gar das seltene Kunststück eines Hattricks vor 1.822 Zuschauern im Stadion am Gutenbergweg. Die restlichen Tore erzielten Kamil Toupal, Ryan Toomey, Peter Abstreiter, Markus Welz und Günter Oswald.
Den Gästen aus Niedersachsen war von Beginn an deutlich anzumerken, dass sie nicht zu unrecht in den hinteren Tabellenregionen angesiedelt sind. Zu behäbig und undiszipliniert war ihr Auftreten. In der Tat war Hannovers Schlussmann Youri Ziffzer nicht zu beneiden, denn nahezu jeder Schuss der Cannibals schlug unhaltbar hinter ihm ein. Los ging das muntere Scheibenschießen schon in der dritten Minute: Die Kannibalen erstmals in Überzahl, Kamil Toupal zog von der blauen Linie einfach mal ab, und versenkte die Hartgummischeibe direkt unter die Querlatte zum 1:0. Kurz darauf hätte Andreas Moborg gleich das nächste Tor draufpacken können, doch diesmal zeigte sich Ziffzer auf dem Posten. Allerdings wurde der Keeper in der 5. Spielminute zum zweiten Mal von seinen Vorderleuten kläglich im Stich gelassen. Diesmal war Ty Morris der Nutznießer, der in Überzahl am schnellsten reagierte. Von nun an sollte die Show des Kanadiers folgen, denn man merkte ihm an, dass er vor Selbstvertrauen nur so strotzte. Immer wieder sorgte Morris für Gefahr in der hoffnungslos überforderten Hannoveraner Hintermannschaft. In der 12. Minute gelang dem Center mit der Nummer 7 der Cannibals das 3:0, nachdem er von Markus Welz in Szene gesetzt, Ziffzer mit einem Handgelenkschuss das Nachsehen ließ. Noch in der selben Minute dann eine doppelte Überzahl für die Kannibalen, in der David Kudelka Ziffzer's Können auf Herz und Nieren prüfte. Kaum hatten die Gäste dieses Unterzahlspiel halbwegs überstanden, sahen sie sich schon der nächsten Strafzeitenflut gegenüber. Erneut nahmen zwei Indianer auf der Strafbank Platz, anders als bei der vorangegangenen Situation schlugen die Cannibals diesmal aber zu: Günter Oswald markierte mit einem "Blueliner" das 4:0. Durch dieses Tor durften die Gäste immerhin wieder zu Viert agieren, doch auch hier sollte es gleich wieder in Ziffzer's Kasten "klingeln". Ty Morris machte seinen Hattrick perfekt und erhöhte auf 5:0.Youri Ziffzer hatte nach diesen desolaten ersten 20 Minuten verständlicher Weise genug und machte ab dem zweiten Drittel Platz für Jan Münster. Münster, der vor Jahren selbst das Cannibals-Tor hütete, sollte es jedoch nicht recht viel besser ergehen als Ziffzer. Gerade mal knappe vier Minuten waren gespielt im Mittelabschnitt, schon war die weiße Weste des Hannoveraner Schlussmanns Geschichte. Peter Abstreiter mit einem satten Handgelenkschuss in den Winkel: 6:0. Die erste nennenswerte Chance hatten die Indians in der 26. Minute durch Jeremy Wagner zu verzeichnen, doch zeigte Martin Cinibulk, dass er trotz seines bis dahin gemütlichen Arbeitstages bestens konzentriert war. Ein Shut-Out war ihm dennoch nicht vergönnt, denn in der 32. Minute gelang den Indians im Powerplay der Treffer zum 1:6 durch Christoph Koziol. Die ohnehin schon verhaltene Freude ob des Ehrentreffers der Truppe von Joe West sollte nicht lange währen, denn schon in der 34. Minute machten die Kannibalen mit einem Doppelschlag durch Markus Welz und Ryan Toomey kurzen Prozess mit den Rothäuten. Zwar gelang dem Tabellenvorletzten postwendend noch der Treffer zum 2:8 durch Kyle Doyle, das sollte aber auch gleichzeitig der Endstand in einer sehr einseitigen Partie sein.
Die Cannibals nahmen im letzten Drittel nicht nur Martin Cinibulk zugunsten von Fritz Berghammer vom Eis, sondern schalteten verständlicher Weise auch mehrere Gänge zurück. Da es kaum noch nennenswerte Torraumszenen gab, sorgten lediglich die etlichen Nicklichkeiten und Undiszipliniertheiten im Spiel für Kurzweil. Da ließ sich auf Seiten der Gäste auch Coach Joe West nicht lumpen und bekam aufgrund einiger zu deutlicher verbaler Entgleisungen kurzerhand eine Spieldauerstrafe aufgebrummt, die nicht nur dafür sorgte, dass West für die restlichen Minuten des Spiels nicht mehr an der Bande stand, sondern auch sein Fernbleiben von der anschließenden Pressekonferenz begründete. O-Ton Joe West: "Wenn ich zu der Pressekonferenz gehe, werde ich wahrscheinlich bis an mein Lebensende gesperrt."




























